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Mit Homöopathie das Immunsystem stärken


Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin

Inhaltliche Betreuung
Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin


Bei einem geschwächten Immunsystem haben Viren und Bakterien leichtes Spiel. Besonders im Winter kommt es zu häufigen Infekten. Für die Unterstützung des Immunsystems stehen bewährte homöopathische Mittel zur Verfügung.

Durch verschiedene Faktoren wie Stress, Medikamenteneinnahme, falsche Ernährungsgewohnheiten oder ungesunde Lebensweise kann das Immunsystem geschwächt werden. Der Körper ist nicht mehr in der Lage Krankheitserreger abzuwehren. Es kommt immer wieder zu Infektionen, die durch Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten hervorgerufen werden können.

Anzeichen für ein geschwächtes Immunsystem sind immer wieder kehrende Infektionen wie Erkältungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Mandelentzündungen oder Magen-Darm-Infekte mit Erbrechen und Durchfall.

Homöopathie zur Stärkung des Immunsystems

Mit Homöopathie das Immunsystem stärken

Foto © pathdoc / Fotolia

Infektanfälligkeit und grippale Infekte sind Anwendungsgebiete, bei denen sich die Anwendung von homöopathischen Mitteln bewährt hat. In den meisten Fällen werden Erkältungen, grippale Infekte und Grippe durch Viren verursacht. Hier kommt der Homöopathie eine besondere Bedeutung bei der Immunmodulation zu.

Werden homöopathische Mittel bereits bei den ersten Anzeichen eines beginnenden Infektes eingenommen, wird die Schwere und die Dauer der Erkrankung reduziert. Auf lange Sicht nimmt auch die Häufigkeit der Infekte ab. Komplikationen treten unter homöopathischer Behandlung seltener auf.

Homöopathische Mittel bei Infektanfälligkeit

Die Homöopathie hat sich bewährt bei Menschen, die immer wieder an Infekten und Entzündungen erkranken. Besondere Bedeutung hat hier auch das Darm assoziierte Immunsystem, weshalb auch Mittel empfohlen werden, die eine Beziehung auf der Organebene zum Darm haben.

Echinacea

Echinacea ist angezeigt bei immer wiederkehrenden bakteriellen Infekten der Atemwege mit Fieber. Typisch für die Atemwegsinfekte ist eine verstopfte Nase sowie eine eitrige Halsentzündung. Fieber wird von Frösteln und Übelkeit begleitet. Echinacea kann auch das Immunsystem stärken, um immer wieder auftretenden Furunkeln und Karbunkeln vorzubeugen. Typisch ist eine Verbesserung der Beschwerden durch Ruhe und Liegen sowie eine Verschlimmerung nach Anstrengung.

Echinacea wird entweder als Globuli oder als Urtinktur zur Stärkung des Immunsystems eingenommen.

Die Einnahme der Globuli sollte über mehrere Wochen erfolgen. Die Einnahme der Urtinktur sollte nicht länger als 2 Wochen dauern. Anschließend mindestens 2 Wochen Pause. Die phytotherapeutische Stimulation des Immunsystems über die Echinacea-Urtinktur kann zu einer Stärkung des Immunsystems, bei zu langer Anwendung aber auch zu einer Schwächung des Immunsystems führen. Während einer Krebsbehandlung sollte die Urtinktur nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt und nicht über längere Zeit eingenommen werden, da Echinacea möglicherweise die Leber belastet oder zu Wechselwirkungen mit der Chemotherapie führen könnte.

Thuja

Thuja ist angezeigt bei ständigen Infekten mit dickem, gelb-grünlichem und übel riechendem Schleim in Nase, Augen, Ohren oder Hals. Bei häufigen Mandelentzündungen mit stechenden Schmerzen und erschwertem Schlucken, bei wiederkehrenden Mittelohrentzündungen mit Ohrgeräuschen und bei häufigen Infekten von Nieren oder Blase mit milchigem Ausfluss kann Thuja ebenfalls zur Stärkung des Immunsystems gegeben werden.

Thuja gilt als bewährtes Mittel zur Vorbeugung von Polypen-Neubildung in Nase, Magen, Darm, Blase oder Gebärmutter.

Typisch für Thuja ist eine Verschlimmerung bei Kälte, Nässe und wenn das Wetter wechselt. Besserung der Beschwerden bei Wärme.

Calcium carbonicum

Calcium carbonicum wird vor allem bei Kindern mit Infektanfälligkeit eingesetzt, ist aber natürlich auch bei Erwachsenen hilfreich. Die Kinder sind ständig erkältet und sondern beim Naseputzen und Husten einen zähen, dicken Schleim ab. Häufig sind die Lymphknoten geschwollen oder die Mandeln vergrößert. Die Kinder schwitzen bei der geringsten Anstrengung und im Schlaf am Kopf und im Nacken. Der Schweiß riecht sauer. Es besteht eine Neigung zu Übergewicht mit Verstopfung. Die Beschwerden verschlimmern sich durch Kälte und Nässe sowie durch Anstrengung. Besserung durch Wärme.

Silicea

Silicea hat sich bewährt bei wiederkehrenden Infekten im Hals-Nasen-Ohrenbereich mit anhaltenden Absonderungen. Diese fühlen sich kalt an. Die Mandeln sind häufig vergrößert und die Lymphknoten geschwollen. Mittelohrentzündungen werden begleitet von Ohrgeräuschen, Schwerhörigkeit und dünnflüssigen Absonderungen aus dem Ohr.

Die Patienten, die Silicea benötigen, sind sehr kälteempfindlich und allgemein eher schwach und schnell erschöpft. Sie schwitzen nachts am Kopf. Der Schweiß stinkt oder riecht sauer.

Ganz besonders hat sich Silicea bei Frühchen mit Infektanfälligkeit bewährt.

Wärme bessert die Beschwerden. Patienten ziehen sich dick an oder wickeln sich in eine dicke Decke. Wetterumschwung und Zugluft verschlimmern die Beschwerden.

Okoubaka

Okoubaka wird im Sinne einer Darmsanierung bei Menschen angewendet, die immer wieder unter Infektionen im Magen-Darm-Bereich oder unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden.

Das Mittel hat sich nach Antibiotika-Einnahme bewährt. Es fördert die Ausscheidung von Antibiotika über den Darm und wirkt unterstützend beim Aufbau der Darmflora.

Einnahme und Dosierung

Eine homöopathische Immunkur kann Sinn machen, wenn Menschen immer wieder unter ähnlichen Infektionen der Atemwege oder der Verdauungsorgane leiden. Ziel der Immunkur ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und so die Immunabwehr zu stärken.

Zunächst muss das passende Mittel ausgewählt werden. Dieses wird dann in der Potenz D6 dreimal täglich und in der Potenz D12 zweimal täglich über 3 Wochen eingenommen.

Wenn nach den 3 Wochen die Beschwerden zwar besser, aber noch nicht komplett verschwunden sind, sollte eine Pause von 1-2 Wochen eingelegt werden. Dann das Mittel wieder für 3 Wochen einnehmen. Dieses Schema können Sie solange wiederholen, bis ihr Immunsystem wieder gestärkt ist. Die Einnahmepause ist wichtig, denn eine dauerhafte Einnahme des homöopathischen Mittels kann möglicherweise die ihnen bekannten Beschwerden sogar noch verstärken.

Wichtiger Hinweis:

Bei Infektanfälligkeit sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen abzuklären. Bleibt die Infektanfälligkeit in der bekannten Intensität bestehen, sollte ein homöopathischer Therapeut aufgesucht werden.

Akutmittel bei Erkrankung während der Immunkur

Bis das Immunsystem dauerhaft wieder gestärkt ist, kann es einige Monate dauern. Während dieser Zeit kann es immer noch zu erneuten Infektionen kommen. Die Immunkur sollte dann pausiert werden. Gegen die Beschwerden des akuten Infektes können diese homöopathischen Mittel eingesetzt werden:

Konstitutionsbehandlung

Wenn mit der Selbstbehandlung keine zufriedenstellende Wirkung erreicht werden kann, ist eine professionelle Konstitutionsbehandlung notwendig.

Ein klassischer Homöopath (Arzt oder Heilpraktiker) wählt dann aufgrund der Gesamtheit der Symptome an Körper, Seele und Geist ein individuelles homöopathisches Mittel – das Konstitutionsmittel – aus. Mit diesem kann langfristig eine Stärkung des Immunsystems erreicht werden.

Was Sie sonst noch tun können, um das Immunsystem natürlich zu stärken

  • Sauna
  • Spazierengehen
  • Entspannung
  • Ausreichend Schlaf
  • Ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse
  • Verzicht auf Alkohol
  • Viel trinken

Was ist das Immunsystem und welche Aufgabe hat es?

Das menschliche Immunsystem wehrt Infektionen von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten ab. Es besteht aus Abwehrzellen, Leukozyten, löslichen Proteinen und Organen. Das Immunsystem ist in der Lage auf eindringende Krankheitserreger, körperfremde Stoffe oder auch auf entartete körpereigene Zellen (z. B. Krebszellen) zu reagieren und diese zu bekämpfen. Dabei wird das Immunsystem durch die Haut und die Schleimhäute unterstützt, die das Eindringen der meisten Krankheitserreger bereits im Vorfeld verhindern. Gelangen die Krankheitserreger jedoch trotzdem in den Körper, werden sie vom Immunsystem unschädlich gemacht.

Man unterscheidet das unspezifische und das spezifische Immunsystem. Die unspezifische Immunabwehr ist für erste Abwehrmaßnahmen zuständig. Diese Fähigkeit ist angeboren. Die spezifische Immunabwehr umfasst verschiedene Mechanismen, die jeweils gegen einen bestimmten (spezifischen) Erreger gerichtet sind. Diese Abwehr ist erlernt. Bei einer Auseinandersetzung mit einem Krankheitserreger bildet der Organismus Antikörper und ist für zukünftige Infektionen besser gewappnet. Das Immunsystem kann durch verschiedene Faktoren gestärkt und auch geschwächt werden.

Autorin: Heilpraktikerin Ulrike Schlüter


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Quellen:

  • Homöopathie in der Geriatrie, W. Gawlik, Hippokrates Verlag, 2. Auflage 2001
  • Der Körper des Menschen, Adolf Faller und Michael Schünke, Thieme Verlag, 16. Auflage 2012
  • Pschyrembel Online https://www.pschyrembel.de/ (abgerufen am 10.2.2020 um 17:00 Uhr)
  • Krebs und Homöopathie, Dr. Jean-Lionel Bagot, Unimedica Verlag 2013
  • Homöopathie für Apotheker und Ärzte, Dr. med. Markus Wiesenauer, Deutscher Apotheker Verlag 2019
  • Leitfaden Phytotherapie, Heinz Schilcher, Elsevier Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage 2016
  • Homöopathie für ein starkes Immunsystem, Dr. med. Markus Wiesenauer und Sabine Knapp, Hirzel Verlag 2018
  • Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre, William Boericke, Narayana Verlag 2010

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Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker!

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