Homöopathie für Neugeborene und Säuglinge

Die Homöopathie ist wegen ihrer sanften Wirkung bei Kindern und Erwachsenen sehr beliebt. Die Globulis können sogar schon Babys im ersten Lebensjahr unterstützen. Bei der Selbstbehandlung von Neugeborenen und Säuglingen ist jedoch sehr viel Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein nötig. Da Babys im ersten Lebensjahr auch bei leichten Beschwerden sehr schnell in einen bedrohlichen Zustand geraten können, sollte die homöopathische Behandlung immer in Abstimmung mit dem Kinderarzt erfolgen.

Warum Homöopathie für Neugeborene und Säuglinge?

Eltern von Neugeborenen wünschen sich für Ihr Baby immer häufiger eine sanfte und nebenwirkungsfreie Behandlung. Sie lehnen den Einsatz von Schmerzmitteln oder Fieberzäpfchen häufig ab, weil sie Angst haben, den kleinen Organismus unnötig mit Arzneimitteln zu belasten. Bei leichten Beschwerden kann die Homöopathie eine Alternative darstellen.

In diesem Ratgeber werden Ihnen die wichtigsten homöopathischen Mittel zur Behandlung von Milchschorf, Nabelentzündungen, Bindehautentzündungen bei Neugeborenen, Soor-Erkrankungen im Mund und im Windelbereich vorgestellt. Im ersten Lebensjahr leiden noch viele Babys unter Schlafproblemen – das Kapitel Schlafstörungen stellt die wichtigsten homöopathischen Mittel vor.

Die Behandlungsmöglichkeiten von Trinkschwierigkeiten des Säuglings, Dreimonatskoliken, Zahnungsbeschwerden, fieberhaften Infekten oder Magen-Darmbeschwerden werden in den Ratgebern „Homöopathie während der Stillzeit“ und „Homöopathie für Kinder“ ausführlich dargestellt.

Allgemeine Hinweise

Die Gabe eines homöopathischen Mittels erfolgt entweder über die stillende Mutter oder direkt an das Baby.

Die Globuli werden in der Regel in die Wangentasche des Neugeborenen gelegt. Sie lösen sich dort langsam auf und werden über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Babys im ersten Lebensjahr sollten nur in Abstimmung und unter Kontrolle des Kinderarztes homöopathisch behandelt werden.

Liste der wichtigsten homöopathischen Mittel für Neugeborene

  1. Arsenicum album
  2. Borax
  3. Bryonia
  4. Calcium carbonicum
  5. Chamomilla
  6. Lycopodium
  7. Mercurius solubilis
  8. Silicea
  9. Sulfur

Behandelbare Beschwerden/Erkrankungen von Neugeborenen

Milchschorf

Milchschorf bildet sich vor allem auf der Kopfhaut und an den Wagen. Die Haut ist gelbbraun und schuppig. Der Milchschorf juckt sehr stark, so dass es passieren kann, dass sich die Neugeborenen die Haut blutig kratzen. Versuchen Sie nicht eigenmächtig, den Milchschorf zu entfernen, da dies Entzündungen und die Bildung von Narben begünstigt. Pflegen Sie die Haut gut und versuchen Sie, ihr Baby soweit wie möglich vom Kratzen abzuhalten. Bei Neugeborenen macht sich mit dem Milchschorf erstmals eine Neurodermitis bemerkbar.

Calcium carbonicum

Der Ausschlag besteht aus dicken Schuppen, aus denen eine dicke Flüssigkeit rinnt, wenn man sie entfernt. Der Milchschorf befällt nicht nur den Kopf und die Wangen, sondern kann auch hinter den Ohren auftreten. Die Babys sind eher gemütlich und rund. Sie schwitzen sehr schnell, besonders am Kopf und im Nacken.

Bryonia

Die Haut am Kopf ist ölig und rau, die Haare sind fettig. Der gesamte Kopf riecht säuerlich und schmerzt bei Berührung. Selbst bei Einsatz einer sehr weichen Baby-Bürste, schreien die Kinder vor Schmerzen.

Cantharis

Die Krusten breiten sich über den gesamten Kopf aus. Wenn man sie entfernt, tritt aus der Haut ein wässriges Sekret aus und in diesem Bereich fallen die Haare aus.

Sarsaparilla

Der Milchschorf bildet sich zunächst im Gesicht in Form von winzig kleinen Pickeln. Die Haut verfärbt sich rot, entzündet sich und wird feucht und rissig. Bei Feuchtigkeit oder im Freien blättern die Schuppen ab.

Graphites

Die Krusten sondern eine klebrige, honigartige Flüssigkeit ab. Diese trocknet dann ein und bildet noch mehr Schuppen. So breitet sich der Ausschlag immer weiter aus.

Mezereum

An der Kopfhaut bilden sich dicke und harte Schuppen. Wenn sie entfernt werden, sickert eine eitrige Flüssigkeit aus dem Bereich heraus. Die Babys scheinen unter einem unerträglichen Juckreiz zu leiden. Sie kratzen, bis sie bluten und sind sehr unruhig. Kalte Luft verschlimmert das Befinden des Babys.

Dulcamara

Dulcamara kann bei dünnen, dicken, gelben oder braunen Krusten angezeigt sein. Solange diese mit Flüssigkeit gefüllt sind, jucken sie sehr stark. In der Regel fallen die Schuppen nach ein oder zwei Tagen haben und hinterlassen rote Hautstellen. Waschen und der Kontakt mit Wasser verschlimmern die Beschwerden.

Sulfur

Sulfur ist angezeigt, wenn sich der Milchschorf über den ganzen Körper ausbreitet. Der Juckreiz ist extrem stark und verschlimmert sich nachts in der Wärme des Bettes, durch Kratzen, durch Baden oder Waschen.


Nabelentzündung / Nabelprobleme

Eine Nabelentzündung wird durch Bakterien hervorgerufen. Diese werden häufig während oder nach der Geburt übertragen. Die Haut um den Nabel herum ist gerötet und geschwollen. Aus dem Nabel rinnt ein übel riechendes, schmieriges und eitriges Sekret. Strenge Hygienemaßnahmen unter der Geburt und bei der Nabelpflege nach der Geburt tragen zur Vermeidung einer Nabelentzündung bei. Breitet sich die Nabelentzündung aus, kann dies zu schweren Komplikationen führen. Eine homöopathische Behandlung sollte immer in Abstimmung mit einer Hebamme oder einem Arzt erfolgen.

Calcium carbonicum

Der Nabel ist wund und blutet. Es bilden sich Gewebewucherungen am Nabel. Calcium carbonicum ist vor allem bei ruhigen, ausgeglichenen und pflegeleichten Babys angezeigt. Sie sind gerne auf dem Arm der Eltern und werden gerne geschaukelt. Calcium carbonicum ist eher bei Kindern mit großem Kopf und dickem Bauch angezeigt.

Calcium phosphoricum

Der Nabel sieht ähnlich wie bei Calcium carbonicum aus, jedoch sind die Kinder eher schmal, lebhaft und aktiv.

Lycopodium

Der Nabel ist feucht und „suppt“. Bei den Säuglingen fällt ein ernstes und mürrisches Gesicht auf. Häufig runzeln sie die Stirn. Zudem leiden sie nachmittags verstärkt unter Blähungen. Die Babys mögen nicht angefasst werden.

Nux vomica

Bei sogenannten Schreikindern entwickelt sich aufgrund des erhöhten Drucks auf den Bauchraum ein Nabelbruch. Die Kinder sind überempfindlich gegen alle Sinneseindrücke und brauchen viel Ruhe.

Silicea

Nabelblutung und Wucherungen am Nabel werden bei zarten und zu früh geborenen Babys häufig mit Silicea behandelt. Zusätzlich bestehen Trinkschwierigkeiten und Entzündungen der Augenbindehaut.

Thuja

Thuja hat sich als Folgemittel von Silicea bewährt, wenn der Nabelbereich wund und gerötet ist und unangenehm riecht. Die Babys leiden zudem unter Blähungen und Schlafproblemen.


Neugeborenenkonjunktivitis

Bei der Neugeborenenkonjunktivitis handelt es sich um eine Entzündung der Augenbindehaut, welche in den ersten Lebenswochen eines Säuglings auftritt. Meistens sind beide Augen gleichzeitig betroffen. Die Infektion wird durch Bakterien ausgelöst und kann im Rahmen einer Erkältungskrankheit auftreten. Während der Geburt können die Erreger auch von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden.

Aconitum

Nicht nur die Bindehaut, sondern auch die Augenlider sind gerötet und geschwollen.

Argentum nitricum

Die Augenlider sind geschwollen. Die Augen sind sehr stark gerötet und sondern ein dickes und gelbes Sekret ab.

Apis

Die Augenlider sind stark angeschwollen. Sie sehen aus, als wären sie prall mit Wasser gefüllt. Das Baby reagiert sehr empfindlich auf Licht.

Calcium carbonicum

Die Augenlider sind geschwollen und die Augen sondern reichlich gelbweißen Schleim ab.

Mercurius

Die Augenlider sind stark geschwollen. Wenn man ein Augenlid anhebt, quillt reichlich eitriges Sekret hervor.

Pulsatilla

Die Augen sind morgens verklebt. In den inneren Augenwinkeln sammelt sich ein mildes, gelbes oder gelbgrünes Sekret. In warmen Räumen fließen die Absonderungen reichlicher als an der frischen Luft. Die Kinder sind anhänglich und weinerlich. An Pulsatilla sollte gedacht werden, wenn eine Behandlung mit Argentum nitricum nicht anschlägt.

Silicea

Die Augen sind eitrig verklebt. Silicea ist vor allem bei zarten und zu früh geborenen Neugeborenen angezeigt.

Sulfur

Aus den Augen fließt ein dickes und gelbes Sekret, welches die Augenlider verklebt. Morgens nach dem Aufwachen müssen zuerst die Augen von dem Sekret befreit werden, damit das Baby die Augen überhaupt öffnen kann.


Windeldermatitis/ Windelsoor

Fast jedes Neugeborene leidet mindestens einmal unter einem „wunden Po“. Da die Haut im Windelbereich ständig in Kontakt mit dem Urin und dem Stuhl kommt, reagiert sie gereizt und es entwickelt sich dort schnell ein entzündlicher Hautausschlag. Die Hautreizungen und die Feuchtigkeit an der Haut begünstigen die Besiedelung der Haut mit dem Hefepilz Candida albicans. Eine Windeldermatitis (wunder Po) geht daher häufig mit einer Pilzinfektion (Windelsoor) einher. Die Haut im Windelbereich ist rot, geschwollen, entzündet und nässt. Mitunter bilden sich Bläschen, Krusten oder Schorf. Im feuchtwarmen Klima der Windel kann die Entzündung der Haut schlecht abheilen. Kommt die entzündete Haut mit Urin oder Stuhl in Kontakt, so ist das für die Neugeborenen zusätzlich schmerzhaft.

Arsenicum album

Die Haut ist trocken, rau und von Soor bedeckt. Den Kindern geht es nachts gegen Mitternacht deutlich schlechter. Sie schlafen unruhig, der Kopf ruckt hin und her und sie fahren erschreckt aus dem Schlaf hoch. Die Babys mögen nicht gerne alleine sein.

Benzoicum acidum

Trotz der Behandlung mit verschiedenen Salben ist das Baby immer noch im Windelbereich wund. Der Urin riecht stechend wie Salmiak.

Calcium carbonicum

Die Haut im Windelbereich ist gerötet und wund. Stuhl und Urin sind scharf und reizen die Haut. Besonders während der Zahnung oder bei Durchfall haben die Babys einen wunden Po. Calcium carbonicum ist angezeigt bei zufriedenen, dicklichen Kindern. Sie frieren sehr leicht und haben kaltschweißige Hände und Füße. Während des Trinkens schwitzen sie stark am Kopf.

Chamomilla

Windeldermatitis durch scharfen, grünlichen Stuhl während der Zahnung. Die Kinder sind gereizt, unruhig und schlafen wenig. Sie sind sehr empfindlich gegen alle Sinneseindrücke und möchten am liebsten nur herumgetragen werden. Die Wange auf der Seite, an der der Zahn durchbricht, ist gerötet.

Lycopodium

Die Ausschläge im Windelbereich sind nässend und kehren immer wieder. Der Urin riecht streng und ist möglicherweise rötlich verfärbt. Besonders am Nachmittag scheinen die Kinder unter dem Hautausschlag zu leiden.

Medorrhinum

Die Haut im Windelbereich ist feuerrot, geschwollen und brennt. Die Babys neigen zu gelbgrünem Durchfall, welcher die Wundheit auslöst. Die Babys haben Energie ohne Ende. Sie sind lebhaft, sehr interessiert, weinen aber auch sehr viel.

Mezereum

Die Haut im Windelbereich glänzt und ist feuerrot. Aus dem Ausschlag sickert ein wundmachendes Sekret und mitunter bilden sich kleine Blasen, Krusten oder sogar Geschwüre. Die Kinder scheinen ständig zu frieren. Wärme und Einhüllen lindert ihre Beschwerden.

Natrium chloratum

Die Haut im Windelbereich ist wund und rissig. Die Kinder möchten vor allem ihre Ruhe haben. Wärme am Po verschlimmert den Hautzustand. Wenn möglich, sollten die Kinder frei ohne Windel liegen können, damit ein kühlender Luftzug über die Haut streichen kann.

Nitricum acidum

Die Haut im Windelbereich ist rot, nässt und es bildet sich Schorf. Am Anus fallen Hauteinrisse auf. Die Kinder leiden zudem unter großen Schlafproblemen. Sie können nur beim Autofahren oder Herumtragen schlagen.

Sulfur

Die Haut im Windelbereich ist gerötet, nässt und schmerzt. Sulfur passt gut zu lebhaften und aufgeweckten Kindern, die wenig Schlaf brauchen. Die Babys haben eine ausgeprägte Abneigung gegen Wasser. Waschen ist fast unmöglich.


Mundsoor

Mundsoor wird durch einen Befall der Mundschleimhaut mit einem Pilz (Candida albicans) ausgelöst. In der Regel wird der Pilz durch die infizierte Mutter während der Geburt auf das Neugeborene übertragen. Nach etwa einer Woche zeigen sich die ersten Symptome. Auf der Zunge und an den Wangeninnenseiten sind weiße Flecken zu erkennen. Wenn man versucht die weißen Flecken weg zu reiben, bleibt eine gerötete und wunde Stelle an der Schleimhaut zurück. Diese ist sehr schmerzhaft für die Babys und kann die Ursache für Trinkschwierigkeiten sein.

Arsenicum album

Auf der Zunge und auf der Mundschleimhaut sind weiße Soorbeläge sichtbar. Die Kinder sind unruhig, ängstlich und schlafen schlecht. Gegen Mitternacht wachen sie erschreckt auf und Verlagen nach der Nähe der Eltern.

Borax

Im Mund sind auf der Schleimhaut weißliche Beläge zu sehen, die von einem roten Hof umgeben sind. Die Mundschleimhaut ist gerötet und blutet sehr schnell bei Berührung. Die Schmerzen im Mundraum bereiten dem Baby Probleme beim Trinken. Die Babys wirken sehr ängstlich und unruhig. Sie sind sehr schreckhaft. Der Urin riecht auffallend stark. Ein weiterer Hinweis auf Borax ist die Angst der Babys vor Abwärtsbewegungen, wenn sie zum Beispiel ins Bett gelegt werden.

Bryonia

Mund und Lippen der Babys sind auffallend trocken. Beim Anlegen an die Brust und den ersten Schlucken schreit das Baby vor Schmerzen. Sobald die Milch fließt und der Mund befeuchtet wird, lassen die Schmerzen nach. Die Babys werden nicht gerne hochgenommen oder getragen, sie bevorzugen es still zu liegen, dann geht es ihnen besser.

Acidum hydrochloricum (alte Bezeichnung: Muriaticum acidum)

Auf der Mundschleimhaut sind grauweiße Beläge zu sehen und die Zunge ist bläulich verfärbt. Im Mund sammelt sich ein klebriger, übelriechender Schleim. Die Babys verweigern jegliche Nahrung. Das Mittel ist bei schwachen und schlaffen Babys angezeigt.

Sulfur

Mundsoor mit Mundgeruch bei unruhigen und durstigen Kindern. Neben dem Mundsoor werden die Kinder auch von Windeldermatitis (wund sein) und Windelsoor geplagt. Sie haben eine ausgeprägte Abneigung gegen Wasser und wehren sich vehement dagegen, gewaschen zu werden.

Calcium carbonicum

Mundsoor mit üblem Mundgeruch, aber gutem Appetit. Die Babys trinken gerne und werden auch gerne getragen. Calcium carbonicum passt gut bei eher dicken Babys mit großem Kopf und einem säuerlichen Körpergeruch.

Mercurius solubilis

Der gesamte Mundraum ist entzündet und von einem schmierigen, schmutzigen Belag überzogen. Das Zahnfleisch sieht aufgequollen und weiß aus. Die Babys haben üblen Mundgeruch und vermehrten Speichelfluss.

Sulphuricum acidum

Die Beläge an den Mundschleimhäuten sind hellgelb oder weißlich. Der Stuhl sieht ebenfalls gelblich und von der Konsistenz her wie Rührei aus. Der Speichel fließt vermehrt, aber nicht so stark wie bei Mercurius solubilis. Das Neugeborene erbricht sauer riechende Milch und riecht auch selbst sauer. Der saure Körpergeruch ist sogar direkt nach dem Baden wahrnehmbar.

Kalium chloricum

Die Mundschleimhaut ist großflächig von grauweißen Belägen überzogen. Das Zahnfleisch blutet recht schnell bei Berührung. Die Neugeborenen bilden vermehrt Speichel, haben übelriechenden Mundgeruch und verweigern die Milch.


Schlafstörungen

Häufig klagen Eltern über Schlafprobleme Ihres Babys. Die Schwierigkeiten scheinen in den letzten Jahren zuzunehmen. Die Babys werden immer unruhiger, die Eltern werden aufgrund der durchwachten Nächte erschöpft und gereizt, so dass schließlich nicht nur der Säugling, sondern die ganze Familie unter den Schlafproblemen leidet. Die Ursachen sind vielfältig: Reizüberflutung während des Tages, nächtlicher Lärm, falsche Raumtemperatur usw. Zunächst ist es natürlich ratsam, Änderungen an der Lebens- und Schlafsituation herbeizuführen. Es gibt aber auch immer wieder Babys, die unabhängig von der Umgebung Schwierigkeiten mit dem Schlafen haben. Hier kann man mit homöopathischen Mitteln die Situation für das Neugeborene und auch die Eltern verbessern.

Chamomilla

Chamomilla ist angezeigt bei Babys, die während der Nacht immer wieder schreien und längere Zeit brüllen. Herumtragen hilft für eine kurze Zeit, doch sobald die Babys hingelegt werden, geht das Schreien von vorne los. Meist sind die Kinder, die während der Nacht Chamomilla benötigen, auch tagsüber quengelige, unzufriedene und schnell reizbare Neugeborene. Chamomilla hat sich vor allem auch während der Zahnungsperiode in Verbindung mit Schlafschwierigkeiten und anderen Problemen bewährt.

Coffea

Coffea kann hilfreich sein, wenn Neugeborene oder Säuglinge einen aufregenden Tag hinter sich haben, völlig übermüdet erscheinen und dann immer munterer werden und einfach nicht in den Schlaf finden. Zum anderen kann Coffea hilfreich bei Säuglingen sein, die zunächst gut einschlafen, dann aber mitten in der Nacht aufwachen, hellwach sind und beschäftigt werden möchten. Kinder, die während der Nacht Coffea benötigen, sind auch tagsüber häufig besonders lebhafte und interessierte Kinder.

Wenn die Anzeichen für Coffea gegeben sind, aber Coffea nicht wirkt, kann alternativ das homöopathische Mittel Cypripedium hilfreich sein.

Jalapa

Das Mittel ist angezeigt bei Neugeborenen und Säuglingen, die tagsüber ausgeglichen und zufrieden sind, nachts aber ohne Grund stundenlang schreien.

Belladonna

Belladonna ist angezeigt, wenn das Baby oder der Säugling während der Nacht im Schlaf zuckt, mit dem Kopf rollt, aufschreit oder mit den Zähnen knirscht. Auch bei Nachtschreck (Pavor nocturnus) kann Belladonna angezeigt sein. Die Kinder erwachen dann nach den ersten Stunden, wirken verwirrt, erkennen die Umgebung nicht und lassen sich nicht beruhigen.

Stramonium

Die homöopathischen Mittel Belladonna und Stramonium sind beide bei nächtlichen Verwirrtheitszuständen und Schreiattacken (Nachtschreck) angezeigt. Wenn das Baby nur im hellen Raum einschlafen kann und Angst in der Dunkelheit hat, ist dies ein deutliches Anzeichen für Stramonium.

Borax

Das Mittel ist immer dann angezeigt, wenn das Baby ruhig auf dem Arm ist und beim Niederlegen ins Bett Angst bekommt und anfängt zu schreien. Auch während des Schlafes ist das Kind unruhig, wacht häufig auf und sucht dann ängstlich den Körperkontakt oder die Hand der Eltern. Babys, die während der Nacht Borax benötigen, sind tagsüber häufig unruhig und sehr empfindlich gegen Geräusche.

Arsenicum album

Arsenicum ist angezeigt, bei Kindern die um Mitternacht schreiend und ängstlich aufwachen und nur im Elternbett zur Ruhe kommen. Die Babys wirken auch während des Tages ängstlich und unruhig.

Zincum

Das Mittel kann hilfreich sein, wenn Babys während der Nacht ungewöhnlich unruhig sind. Sie strampeln mit den Beinen und wälzen sich im Bett hin und her. Zudem schrecken sie häufig auf, knirschen mit den Zähnen oder rollen mit dem Kopf hin und her.

Wenn die beschriebenen Schlafprobleme nicht während der Nacht, sondern vorwiegend beim Einschlafen auftreten, kann das homöopathische Mittel Zincum valerianicum hilfreich sein.

Literaturangaben

  • Haidvogl, Max: Homöopathie in der pädiatrischen Praxis, Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2005
  • Imhäuser, Hedwig: Homöopathie in der Kinderheilkunde, Haug Verlag, Stuttgart, 2000
  • Revers-Schmitz: Praxisbuch Homöopathie für Hebammen, Hippokrates Verlag, Stuttgart 2006
  • Perko, Sandra: Das große Homöopathiebuch für Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit, Narayana Verlag, Kandern, 2012
  • Lang, Martin und Rauh, Wilhelm: Homöopathische Behandlung von Kindern, Haug Verlag, Stuttgart, 2013
  • Guernsey, Henry N.: Homöopathie in Gynäkologie und Geburtshilfe, Narayana Verlag, Kandern, 2010

Inhaltliche Betreuung: Ulrike Schlüter | Quellen


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