Arnica

in der Homöopathie

Hauptanwendungsgebiete:
  • Verletzungen
  • Geburt
  • Gicht
  • Arthritis
  • Furunkel
  • Fieber
  • Gehirnerschütterung
  • Muskelkater
  • Schlaganfall
  • Angina pectoris.
Typische Potenzen:
Arnica wird häufig in den Potenzen D6 und D12, sowie in Akutsituationen in der Potenz C200 angewendet, seltener in den Potenzen D30 oder C30.
Deutsche Bezeichnung:
Arnika
Stoffart:
Heilpflanze
Abbildung von Arnica

Was ist Arnica?

Arnica montana, die Echte Arnika, gehört zu den Korbblütlern. Als Gebirgspflanze ist sie in den Alpen und den Pyrenäen sowie auf dem Balkan beheimatet; findet sich jedoch auch in nördlichen Gegenden wie dem Baltikum und in Südschweden. In Deutschland gilt ihr Bestand als gefährdet; hier steht sie auf der so genannten Roten Liste und genießt besonderen Schutz.

Trotz ihrer Bekanntheit weist Arnica eine relativ kurze Geschichte als Heilpflanze auf. Sie fand zwar vermutlich bereits in den Aufzeichnungen der Nonne Hildegard von Bingen Erwähnung; bekam hier als "Wolfsgelegena" jedoch vor allem aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Nachdem Arnica unter Namen wie "Donnerwurz" oder "Johannisblume" lange Zeit vornehmlich als Zaubermittel für Erntesegen und als Kräuterblume zur Marienverehrung eingesetzt wurde, erlangte sie ab dem 18. Jahrhundert als "Bergwohlverleih" endlich auch Bedeutung in der Heilkunst. Ihr diesbezüglicher Gebrauch war jedoch stark umstritten, da Arnica sowohl bei innerlicher wie äußerlicher Anwendung unerwünschte Effekte hervorruft. Mittlerweile wird von Einnahmen sogar ganz abgeraten und lediglich noch die Wirkung über die Haut beworben.

Anwendung von Arnica

Die Homöopathie nutzt die toxischen Reize von Arnica gegen Traumata und Verletzungen aller Art. Dabei kommt sie gegen physische und psychische Zerschlagenheit gleichermaßen zum Einsatz; sie gilt als DAS Schmerzmittel schlechthin. Ihre Anwendung reicht von Stoß-, Quetsch- und Weichteilwunden über blaue Flecken und postoperativen Beschwerden bis zu Kummer und Schock. Jede Berührung und jeder Druck verschlechtern; Liegen mit erhöhter Fuß- und tiefer Kopflagerung verbessern den Zustand eines Betroffenen.

Erscheinungsbild von Arnica

Dem Einsatz der Pflanze gegen sämtliche äußeren Gewalteinwirkungen entsprechend tritt der typische Arnica-Mensch als ängstliches und empfindliches Wesen in Erscheinung. Er ist sehr schreckhaft und möchte am liebsten in Ruhe gelassen werden - auch und vor allem dann, wenn es ihm sichtlich schlecht geht und er Hilfe bräuchte. Sein Kopf- und Brustbereich neigen zu Blutandrang; sein Atem und sämtliche Ausscheidungen zu fauligem Geruch.

Arnica-Kinder sind extrem empfindlich gegen Berührung. Sie schreien schon auf, wenn man sie nur am Arm festhält. Der Körper fühlt sich bei Erkrankungen wie zerschlagen an. Die Kinder können kaum sitzen oder liegen, selbst das Bett fühlt sich zu hart an. Sie drehen und wälzen sich im Bett herum, um eine Lage zu finden, die zumindest ein wenig bequem ist. Die Kinder sind sehr dickköpfig, streitsüchtig und launisch.

Darreichungsformen von Arnica

Als Mittel zur Akutbehandlung kommen oft schon sehr niedrige Potenzen zum Einsatz; die Einnahme als vorbeugendes oder Nachbehandlungs-Mittel erfolgt in der Potenz D30. Desweiteren findet sich Arnica in vielen Präparaten zur äußeren Anwendung.

Anwendungsgebiete in der Übersicht

Arthritis (Gelenkentzündung)

der Schmerz ist eher dumpf. Man hat das Gefühl als sei das Gelenk verrenkt.

Arthritis (Gelenkentzündung) im Detail
Erschöpfung/ Schwäche

nach geistigen oder körperlichen Anstrengungen, auch bei Erschöpfung nach langen Reisen oder Jetlag durch Zeitverschiebung. Nimmt man Arnica vorsorglich ein kann man Müdigkeit als auch Muskelkater vermeiden.
bei Jetlag im Wechsel mit Nux vomica

Erschöpfung/ Schwäche im Detail
Gelenk-und Rückenschmerzen

das Gelenk fühlt sich an als sei es verrenkt oder geschlagen worden und ist stark berührungsempfindlich.

Gelenk-und Rückenschmerzen im Detail
Hexenschuss (Lumbago)

bei Hexenschuss, der durch eine Verletzung ausgelöst wurde. Patient fühlt sich wie zerschlagen.

Hexenschuss (Lumbago) im Detail
Knochenverletzungen

Arnica ist das erste und wichtigste Mittel bei Verletzungen durch Stoß, Schlag,Prellungen oder Abschürfungen. Auch bei Schockzuständen durch Verletzungen.

Knochenverletzungen im Detail
Krampfadern

berührungsempfindliche, gestaute Krampfadern mit einm Gefühl wie gequetscht oder geprellt.
oder Ruta

Krampfadern im Detail
Muskelkater

nach zu langer körperlicher Anstrengung oder Überanstrengung. Muskeln fühlen sich wie zerschlagen und sind berührungsempfindlich. Besserung durch Ruhe und Liegen, Verschlimmerung durch Bewegung und Berührung.

Muskelkater im Detail
Nasenbluten

nach einer Verletung oder einem Schlag auf die Nase sowie bei einer Verletzung der Nasenschleimhaut. Auch nach großer körperlicher Anstrengung.

Nasenbluten im Detail
Schlafstörungen

bei Übermüdung nach körperlicher Anstrengung, häufig mit Muskelschmerzen. Patient wälzt sich im Bett hin und her und findet keine Ruhe.

Schlafstörungen im Detail
Schock nach Unfall und Verletzungen
Schwangerschaft/Geburt

Anhaltende Beckenbodenschmerzen, sowohl während der Schwangerschaft bei Mutterbanddehnung als auch in der Rückbildungsphase.

Schwangerschaft/Geburt im Detail
Schwindel (Vertigo)

nach Kopfverletzungen wie Schädelprellung oder Gehirnerschütterung, was unbedingt vom Arzt abgeklärt werden muss. Auch bei Drehschwindel, der zum Hinfallen führt.

Schwindel (Vertigo) im Detail
Sehnenscheidenentzündung

nach Überanstrengungen oder Verletzungen. Patient ist berührempfindlich. Verbesserung durch Ruhe, Verschlechterung durch Bewegung.
oder Ruta

Sehnenscheidenentzündung im Detail
Sehnenzerrung

mit Schmerzen und Schwellung. Patient ist sehr berührungsempfindlich und fühlt sich kaputt und zerschlagen.

Sehnenzerrung im Detail
Verletzungen

Erstmittel bei jeglicher Verletzung wie Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen, Blutungen, Wunden, auch Schnittwunden. Auch bei durch traumatische Verletzungen auftretender Meningitis oder Epilepsie und Verletzungsschock.

Verletzungen im Detail
Verstauchung/ Verrenkung/ Prellung

besonders in Verbindung mit Blutergüssen und Schwellungen ist Arnica das Hauptmittel. Es sollte schnellstmöglich eingenommen werden. Verbesserung durch Ruhe, Verschlechterung durch Bewegung.

Verstauchung/ Verrenkung/ Prellung im Detail
Zahnschmerzen

mit ziehenden oder dumpfen Schmerzen z. B. nach dem Bohren oder Zahnextraktion. Auch bei Verletzungen des Zahnfleischs oder Druckbeschwerden durch Zahnersatz sowie bei geschwollener Wange.

Zahnschmerzen im Detail

Anwendungsinformationen

Arnica Dosierung

Als Soforthilfe gibt man fünf Globuli Arnica D6. Zur Prophylaxe von Wundheilung und Reduzierung von Blutungen ist eine einmalige Gabe C30 eine Woche vor dem zu erwartenden Ereignis indiziert. Babys und Neugeborene erhalten bei vorliegender Indikation eine einmalige Gabe von drei Globuli D30.

Arnica Wirkung

Arnica wirkt auf den Bewegungsapparat, die Haut und das Herz-Kreislaufsystem.

Arnica in der Schwangerschaft

Arnica kann Schwangerschaftserbrechen lindern und behandelt Pilzerkrankungen (Candida albicans). Das Mittel wird jedoch vorwiegend gereicht bei körperlichen Traumata in der Schwangerschaft, die eine Fehlgeburt auslösen könnten, beispielsweise Stürze, Quetschungen des Bauches, Unfälle etc.. Es wird gegeben, wenn die Kindsbewegungen als sehr schmerzhaft empfunden werden. Das Mittel reguliert die Wehen unter der Geburt und mindert den Geburtsschmerz. Es erleichtert die Nachgeburt. Arnica reduziert die Blutung und den Wundschmerz bei Kaiserschnitten und Dammschnitten. Es kann dazu auch schon vor der Geburt dargereicht werden.

Arnica für Säuglinge

Bei Zangen- oder Saugglocken-Geburten beschleunigt Arnica das Abklingen der körperlichen Symptome wie Schwellungen oder Blutergüssen. Es hilft dem Kind seelisch über das Geburtstrauma hinweg.

Arnica für das Baby

Das homöopathische Arnica wird bei Babys zur Behandlung von Keuchhusten eingesetzt. Vor dem Hustenanfall weinen die Babys vor lauter Schmerzen im Bereich der Atemwege. Sie sind mürrisch, gereizt und möchten nicht berührt werden.
Säuglingsfieber bei dem der Kopf heiß und der restliche Körper kalt ist, gehört zum Anwendungsgebiet von Arnica.

Arnica für Hund, Pferd und Katze

Arnica ist das wichtigste Mittel zur Behandlung von Verletzungen und Gehirnerschütterung bei Tieren. Sie sind auffällig unruhig, immer in Bewegung und weichen jeder Berührung aus.
Nach Operationen wird Arnica zur Unterstützung der Wundheilung und zur Linderung der Schmerzen gegeben.
Arnica ist bei Pferden hilfreich, wenn vorher steinharte Gelenksverdickungen plötzlich warm und weich werden. Die Pferde leiden dann unter Schmerzen und Lahmheiten.

Nebenwirkungen von Arnica

Da das Mittel auch wehenfördernd ist, sollte es in der Schwangerschaft nicht dauerhaft eingenommen werden. Vereinzelt wird über allergische Reaktionen gegenüber Arnica berichtet.

Ähnliche Mittel

Bellis perennis

Arnica und Bellis perennis sind sich sehr ähnlich bei Verletzungen. Bellis perennis wird häufig als Folgemittel nach Arnica gegeben, wenn Arnica nicht die gewünschte Wirkung zeigt.

Verbesserung:

  • Liegen, der Kopf ist dabei tiefer
  • Ruhe

Verschlechterung:

  • Berührung
  • Bewegung
  • Erschütterung
  • Feuchte Kälte
  • Feuchtigkeit

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Inhaltliche Betreuung durch Heilpraktikerin
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Letzte Aktualisierung: 28.03.2019