Aktuelles aus der Homöopathie

Homöopathie in Indien – Erfolgreich anders

27.02.2020

Weltweit finden die meisten homöopathischen Behandlungen nicht in Europa und Deutschland statt, sondern in Indien. Dort genießt die Homöopathie wesentlich höheres Ansehen als bei uns. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Ärmsten die Kosten einer schulmedizinischen Behandlung nicht leisten können – und „trotzdem“ dank Hahnemanns Behandlungsmethode gesund werden. Das hat dafür gesorgt, dass das indische Gesundheitswesen von Globuli & Co. geprägt ist.

Homöopathie in Indien

Eine Familie von Ärzten

Die Familie Banerji stellt seit über 150 Jahren Ärzte. Ihr hohes Ansehen in der Bevölkerung hat dafür gesorgt, dass Dr. Prasanta Banerji schon zu Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit sechs Tage die Woche und bis zu achtzehn Stunden am Tag für das Wohl seiner Patienten schuftete.

Dabei führte er viele Behandlungen unentgeltlich durch – bezahlen mussten nur die Reichen, nicht aber die Ärmsten der Armen. Kein Wunder, dass der Andrang immer größer wurde. Zudem musste der Mediziner Mittel und Wege finden, die Effizienz von Diagnose und Behandlung erheblich zu steigern.

Die Banerji-Protokolle

Daher begann Dr. Banerji in den 1950er Jahren mit der Entwicklung seiner mittlerweile berühmt gewordenen Behandlungsprotokolle. Damit setzte er die Arbeit fort, die bereits sein Vater Pareshnath eingeläutet hatte und bei der er selbst später tatkräftige Unterstützung durch seinen Sohn Pratip bekam. Ziel ihrer Bemühungen war es, Krankheitsbilder möglichst schnell und effizient einzuordnen und die nachfolgende Behandlung zu standardisieren.

Schnell, einfach, effizient

Gegenüber der bei uns in Deutschland üblichen klassischen Homöopathie stellen die Banerji-Protokolle eine erhebliche Vereinfachung dar. Hier erfolgt keine eingehende Anamnese mit Bestimmung des Konstitutionstyps und Wahl eines geeigneten Einzelmittels. Für indische Verhältnisse ist eine Erstanamnese mit mindestens einer Stunde Zeitaufwand viel zu langwierig. Stattdessen gilt es, die Krankheit korrekt zu diagnostizieren und schnellstmöglich mit dem geeigneten Protokoll zu behandeln.

Diagnose mit Schulmedizin, Behandlung mit Homöopathie

In der Banerji-Klinik in Kalkutta erfolgt die Diagnose nach schulmedizinischen Gesichtspunkten. Ein moderner Gerätepark sorgt für Blutanalysen, Bildgebung und alles andere, was für die Feststellung der Krankheitsursache mit konventionellen Methoden üblich ist.

Nach dieser klassisch-schulmedizinischen Diagnose geht es homöopathisch weiter. Welche homöopathischen Mittel bei einer bestimmten Krankheit am erfolgversprechendsten sind, lässt sich in Anbetracht der bisher ausgewerteten Datenmengen als Erfahrungswert bezeichnen. Was am besten wirkt und was nicht hat sich in jahrelanger Arbeit immer weiter herauskristallisiert.

Für viele Erkrankungen existieren bis zu drei Behandlungsprotokolle. Nach Aussagen der zuständigen Ärzte liegt die Erfolgsquote des ersten Protokolls bereits bei rund achtzig Prozent. Ist das erste ungeeignet, kommt das nächste zum Einsatz und gegebenenfalls ein drittes. Je nach Erkrankung gibt man ein zusätzliches Mittel gegen die damit einhergehenden individuellen Begleitsymptome.

Die Banerji-Stiftung zum Wohle von Forschung und Armen

1992 stiftete der umtriebige Arzt die Prasanta Banerji Research Foundation (PBHRF) als Forschungseinrichtung. Bereits nach 25 Jahren hatte man die Datensätze von 500.000 Erkrankten ausgewertet. Diese Stiftung finanziert die Diagnosen bei den weniger wohlhabenden Patienten der Klinik.

Der Andrang in der in einem Armenviertel Kalkuttas gelegenen Klinik ist nach wie vor ungebrochen. Zwischen 1.000 und 1.200 Personen werden täglich behandelt, darunter um die hundert Krebspatienten. Für bis zu 700 Menschen täglich ist die Behandlung dank der Stiftung kostenlos.

Das Lebenswerk eines großen Arztes

2018 verstarb Prasanta Banerji überraschend mit 84 Jahren an einem Herzinfarkt. Seitdem führt sein Sohn Pratip das Erbe seines Vaters weiter. Zusammen mit vierzehn homöopathisch geschulten Ärzten kümmert er sich um die Belange der zahlreichen Hilfesuchenden. Mit 300.000 bis 350.000 Patienten jährlich ist die Banerji-Klinik die größte homöopathische Praxis weltweit.

Schulmedizinische Diagnose und homöopathische Behandlung – eigentlich eine bemerkenswerte Art und Weise, Homöopathie und Allopathie miteinander zu versöhnen. Die Heilerfolge der Banerji-Protokolle sprechen für sich. Sie helfen sogar bei schweren und chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Alzheimer, multipler Sklerose und Krebs. Dass sich die entsprechenden Behandlungserfolge wiederholen lassen, ist mittlerweile durch zahlreiche Fälle belegt.

Homöopathische Behandlung von Hirntumoren

In der westlichen Welt erregte vor allem die erfolgreiche Therapie von Glioblastomen Aufsehen. Die bösartigen Hirntumore schreiten schnell voran und gelten in der Schulmedizin als nicht behandelbar, weder chirurgisch noch mit Chemotherapie oder Bestrahlung. Die Banerji-Protokolle verwenden hier Ruta graveolens C6 und Calcium phosphoricum D3, und das mit bemerkenswertem Erfolg.

Immerhin: Sogar das renommierte US-amerikanische National Cancer Institute (NCI) befindet die bisherigen Therapieerfolge als so bahnbrechend, dass es die wissenschaftliche Forschung mit erheblicher finanzieller Unterstützung fördert.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

Autor
Dr. rer. medic. Harald Stephan - Biologe und promovierter Medizinwissenschaftler
Dr. Hans Josef Schöneberger - Biologe, Wissenschaftsjournalist, Heilpraktiker

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