Grundlagen & Wissen

Wie finde ich einen qualifizierten homöopathischen Therapeuten?

Die Homöopathie ist eine bei Patienten beliebte Heilmethode, die sowohl von Ärzten als auch von Heilpraktikern ausgeübt wird. Rund 7.000 Ärzte verfügen über die Zusatzbezeichnung Homöopathie, die nach entsprechender Weiterbildung von der Bundesärztekammer verliehen wird. Gleichzeitig bietet rund ein Drittel der 47.000 in Deutschland praktizierenden Heilpraktiker die Homöopathie als Therapiemethode an, wie eine jüngst veröffentliche Umfrage unter Heilpraktikern ergeben hat. [1] Über die Art der Homöopathie-Ausbildung der einzelnen Heilpraktiker informiert die Umfrage leider nicht. Dazu muss man wissen, dass es in Deutschland keine verbindlichen Standards für die Ausbildung homöopathisch therapierender Heilpraktiker gibt. Der eine mag vielleicht nur einen oder zwei Wochenendkurse in Homöopathie belegt haben, der andere hat die Heilmethode in einem mehrjährigen Lehrgang intensiv studiert.

Nach der Ausbildung erkundigen

Bei der Suche nach einem homöopathisch therapierenden Heilpraktiker sollten Sie also darauf achten, dass der Therapeut eine fundierte Ausbildung nachweisen kann und sich außerdem regelmäßig fortbildet. Wenn die Website des Therapeuten darüber keine Auskunft gibt, dann fragen Sie doch einfach nach!

Einzelmittel- oder Komplexmittelhomöopathie?

Wünschen Sie, dass die Homöopathie nach den Regeln der Kunst angewandt wird, dann achten Sie bitte darauf, dass der Heilpraktiker nur Einzelmittel verschreibt, also klassisch homöopathisch arbeitet. Für die Erstanamnese nimmt er sich mindestens eine Stunde Zeit, um dann eine homöopathische Arznei individuell auf Ihre Beschwerden verordnen zu können.

Komplexmittel sind Gemische aus mehreren Arzneien und werden in der Regel ohne ausführliche Anamnese verschrieben. Sie werden nach klinischen Diagnosen ausgewählt (z.B. Kopfschmerzen, Heuschnupfen), ohne die individuellen Symptome des Patienten zu berücksichtigen. Daher finden solche Mittel auch häufig Anwendung in der Selbstbehandlung.

Zertifizierung als Qualitätsnachweis

Ein wichtiger Anhaltspunkt zur Qualifikation eines Therapeuten können Zertifikate sein, wie sie u.a. von der unabhängigen Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) verliehen werden. Die Teilnahme an solchen Zertifizierungssystemen ist freiwillig. Therapeuten, die die Auflagen für eine Zertifizierung erfüllen, stellen damit ihren hohen Anspruch an die Qualität ihrer therapeutischen Arbeit und an den Patientenschutz unter Beweis.

Für das SHZ-Zertifikat ist eine mehrjährige Ausbildung mit einem Gesamtumfang von 1.800 Unterrichtseinheiten nach einem vorgegebenen Curriculum erforderlich. Im Anschluss an die Zertifikatsprüfung muss der Therapeut während einer 3-jährigen Supervisionszeit sein Können unter Beweis stellen und sich auch für die Zukunft zur Fortbildung verpflichten. Erst dann wird er ohne Einschränkung in die Therapeutenliste der SHZ aufgenommen. [2]

Ganz ähnliche Ansprüche stellt die Qualitätskonferenz des Bunds klassischer Homöopathen Deutschlands (BKHD) an Aus- und Fortbildung der von ihr qualifizierten Heilpraktiker. [3]

Mitgliedschaft in einem Berufsverband

Auch die Mitgliedschaft eines Heilpraktikers in einem Berufsverband kann Patienten bei der Suche nach einem seriösen Anbieter eine Orientierung geben. Denn die Mitglieder der Berufsverbände verpflichten sich zur Einhaltung der Berufsordnung, in der u.a. die Fortbildung und der Patientenschutz thematisiert werden. Der Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands (VKHD), als einziger Berufsverband für überwiegend klassisch homöopathisch therapierende Heilpraktiker, hat darüber hinaus Ethikrichtlinien veröffentlicht, die ebenfalls in erster Linie dem Schutz des Patienten dienen und für alle Mitglieder verbindlich sind. [4]

Birgit Weyel - Vorstand VKHDDer Beitrag wurde verfasst von:
Dr. Birgit Weyel,
Vorstand VKHD e.V.
www.vkhd.de

[1] http://www.heilpraktiker.org/stiftungsumfrage
[2] https://www.homoeopathie-zertifikat.de/index.php/therapeutensuche-menu
[3] http://www.homoeopathie-qualitaet.de/therapeuten/
[4] https://www.vkhd.de/patienten/therapeutensuche-menu

Aktuelles aus Homöopathie & Naturheilkunde

06.12.2019

Kolloidales Silber oder Silberwasser enthält kleinste metallische Silberpartikel. Was sich in homöopathischer Potenzierung und bei Wundverbänden bewährt, wird als natürliches Antibiotikum und Wundermittel zur Einnahme angepriesen. Aber ist Silber nicht ein Schwermetall und damit toxisch?

29.11.2019

Einige Pflanzen wie Eibisch, Spitzwegerich und Malve enthalten Schleimstoffe. Diese legen sich wie ein schützender Film auf die Schleimhäute von Mund und Rachen. Die Schleimhäute können sich beruhigen und abheilen. Heiserkeit, Halsschmerzen oder Husten werden gelindert.

27.11.2019

Die Herstellung von Globuli und Tinkturen benötigt kaum Material, verursacht so gut wie keinen Müll und ist darüber hinaus klimaneutral. Wir zeigen in neun Punkten, wie Homöopathie die Umwelt schont.

Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker!

Inhaltliche Betreuung durch Heilpraktikerin
Unsere Quellenangaben