Grundlagen & Wissen

Begriffslexikon Homöopathie


Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin

Inhaltliche Betreuung
Ulrike Schlüter - Heilpraktikerin


Ähnlichkeitsprinzip
Das Ähnlichkeitsprinzip ist eine der Grundsäulen der Homöopathie. Das Prinzip beschreibt das Vorgehen, das Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden soll (similia smilibus curentur). Ein Arzneimittel, welches bei einem Gesunden in einer Arzneimittelprüfung bestimmte Symptome hervorgerufen hat, soll zur Behandlung eben dieser oder möglichst ähnlicher Symptome beim Kranken angewendet werden.
Siehe auch: Grundlagenbeitrag: Was ist Homöopathie?

Arzneimittelprüfung
Arzneimittelprüfungen sind die wichtigste Grundlage für die Anwendung der homöopathischen Arzneimittel. Die Wirkung eines homöopathischen Mittels wird an gesunden Menschen geprüft. Diese nehmen ein Mittel solange ein, bis es zum Auftreten von körperlichen, geistigen oder seelischen Veränderungen kommt. Diese werden von allen Probanden notiert und zu einem Arzneimittelbild zusammengefasst.

Anamnese
Bei der Anamnese wird die Krankengeschichte eines Patienten aufgenommen. Die homöopathische Anamnese umfasst alle vorangegangen und noch bestehenden körperlichen, geistigen und seelischen Symptome. Ziel der Anamnese ist es, die Gesamtheit der Symptome des Patienten zu erfragen, um anhand dieses Gesamtbildes das ähnlichste Mittel zu finden.

Einzelmittel
Ein homöopathisches Einzelmittel wird aus nur einer einzelnen Ausgangssubstanz hergestellt. Als Ausgangsmaterial werden in der Homöopathie Pflanzen, Tiere und Mineralien verwendet.
Siehe auch: Übersicht homöopathischer Einzelmittel

Erscheinungsbild
Zu den einzelnen homöopathischen Arzneimitteln gibt es Beschreibungen des Erscheinungsbildes oder des Typs. So gibt es Mittel, die besonders gut auf Menschen mit bestimmten körperlichen Merkmalen oder Gemütszuständen passen.

Erstverschlimmerung
Am Beginn einer homöopathischen Behandlung können sich vorhandene Symptome kurzfristig verschlimmern. Dies ist der Fall bei besonders sensiblen Personen, bei Überdosierung oder bei falscher Potenzwahl. In der Regel bessern sich die Symptome sehr schnell wieder, wenn die Einnahme des Mittels pausiert wird.

Globuli
Globuli sind neben Tropfen und Tabletten eine Darreichungsform homöopathischer Arzneimittel. Bei der Herstellung von Globulis werden kleine Kügelchen aus Zucker (Saccharose) mit der flüssigen Ausgangssubstanz benetzt und unter andauernder Bewegung an der Luft getrocknet.

Komplexmittel
Homöopathische Komplexmittel bestehen aus mehreren verschiedenen homöopathischen Einzelmitteln. Diese werden anhand eines Krankheitsbildes so zusammen gestellt, dass sie die am häufigsten verordneten homöopathischen Arzneimittel bei dieser Erkrankung enthalten. Streng genommen handelt es sich nicht um homöopathische Arzneimittel im klassischen Sinn, da sie nicht individuell verordnet werden und keine Arzneiprüfung am gesunden Menschen durchlaufen haben.

Materia Medica
Eine Materia Medica enthält die Arzneimittelbilder der einzelnen homöopathischen Mittel entsprechend der Arzneimittelprüfungen. In das Werk fließen auch praktische Erfahrungen von Homöopathen aus aller Welt ein.

Modalitäten
Die Modalitäten beschreiben die Umstände, unter denen sich Symptome bessern oder verschlechtern. Zu diesen Umständen gehören unter anderem Tageszeiten, Jahreszeiten, Einwirkungen von Kälte, Hitze, Lebensmitteln, Druck, Berührung, Sinneseindrücke und Bewegung oder Ruhe.

Sie sind ein wichtiges Kriterium zur Auswahl des passenden Mittels, wenn mehrere Mittel auf die Beschwerden passen.

Organon
Das Organon ist das Hauptwerk von Samuel Hahnemann. In diesem Werk beschreibt er anhand von Paragrafen die Methodik der von ihm begründeten homöopathischen Therapie. Die erste Ausgabe verfasste Hahnemann im Jahr 1810. Hahnemann hat zeit seines Lebens die Homöopathie immer weiter entwickelt. Bis zu seinem Tod sind insgesamt 5 Fassungen des Organons erschienen. Die 6. Ausgabe seines Werks ist erst 78 Jahre nach seinem Tod erschienen. Darin ist erstmals die Anwendung der LM-/Q-Potenzen beschrieben.

Potenzieren
Potenzierung beschreibt die spezielle Herstellungsart der homöopathischen Arzneimittel. Nach den Vorschriften des homöopathischen Arzneibuches (HAB) wird die Urtinktur oder das Ausgangsmaterial der Verreibung bei D-Potenzen im Verhältnis 1:10 und bei C-Potenzen im Verhältnis 1:100 verdünnt und anschließend 10-mal kräftig geschüttelt.
Siehe auch: Grundlagenbeitrag: Potenzieren in der Homöopathie

Potenz
In Deutschland sind D-, C- und LM-Potenzen homöopathischer Arzneimittel gebräuchlich. D-Potenzen sind im Verhältnis 1:10, C-Potenzen im Verhältnis 1:100 und LM-Potenzen im Verhältnis 1:50.000 verdünnt und verschüttelt.

Repertorium
Das Repertorium ist ein Nachschlagewerk, welches die Mittelfindung vereinfacht. Die einzelnen Symptome eines Arzneimittelbildes sind in verschiedenen Rubriken systematisch aufgelistet. Zu jedem Symptom sind die Arzneimittel aufgeführt, die dieses Symptom in Arzneimittelprüfungen hervorgebracht haben.

Urtinktur
Bei der homöopathischen Urtinktur handelt es sich um ein noch nicht potenziertes homöopathisches Arzneimittel. Aus der Urtinktur werden in vorgegebenen Potenzierungsvorschriften die verschiedenen Potenzen eines homöopathischen Mittels hergestellt.

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