Interview mit Dr. Hannes Proeller, Inhaber der Gudjons-Apotheke

18.07.2017

Dr. Hannes Proeller ist Apotheker und Inhaber des homöopathischen Labor Gudjons. Im Interview erklärt er die Besonderheiten der Herstellung homöopathischer Mittel und was ihn mit der Homöopathie verbindet.

 

Hallo Homöopathie:

Herr Dr. Proeller, Sie haben im Jahr 2015 das homöopathische Labor Gudjons und die Gudjons Apotheke von der Gründerin Brita Gudjons übernommen. Was verbindet Sie mit der Homöopathie?

Dr. Hannes Proeller:

Apotheker Dr. Hannes Proeller von Apotheke Gudjons

Schon während meines Studium der Pharmazie in den 90-ger Jahren hatte ich ein lebhaftes Interesse an der abendländischen Naturheilkunde. Während meiner Arbeit als Apotheker in Augsburg lernte ich die Wirkung der Homöopathie kennen und schätzen. Ganz besonders die Wirkung der Gujons-Arzneien hat mich überrascht und begeistert! Deshalb suchte ich den Kontakt mit Frau Brita Gudjons, deren Labor ganz in der Nähe war, und tauschte mich mit ihr regelmäßig aus.

Hallo Homöopathie:

Sie haben im Jahr 2016 die gläserne Homöopathie-Manufaktur in Augsburg eröffnet. Der komplette Herstellungsprozess der homöopathischen Mittel kann vom Kunden direkt durch mehrere Schaufenster beobachtet werden. Warum ist es Ihnen wichtig, den Kunden diesen Einblick in die Herstellung zu geben?

Dr. Hannes Proeller:

Die hohe Qualität der Gudjons-Homöopathie liegt in deren Herstellungsweise begründet. Die Arzneien werden nach den Regeln Hahnemanns komplett von Hand hergestellt. Dies beginnt bei  der Verreibung des Rohstoffes und reicht über das Potenzieren und Imprägnierung bis hin zur  Abfüllung per Hand. Damit das nicht nur ein Slogan bleibt, können der Homöopath und der Anwender zu jeder Zeit vorbeikommen und die Herstellung betrachten. Auch Kritiker der Homöopathie ändern oft ihre Meinung, wenn sie das „Handwerk“ der Herstellung erleben.

Hallo Homöopathie:

Sie legen Wert darauf, die homöopathischen Mittel streng nach den Vorgaben Samuel Hahnemanns herzustellen. Was bedeutet das?

Dr. Hannes Proeller:

Die Erfahrungen, die Erkenntnisse und die Arzneimittelbilder Hahnemanns basieren auf der Wirkung von Arzneien, die genau nach seinen Regeln hergestellt werden. Es ist deshalb meine Pflicht mich an diese Regeln genau zu halten, um dem Homöopathen genau das Arzneimittel zu liefern, das im Arzneimittelbild beschrieben ist. Das bedeutet, dass grundsätzlich alle Ausgangssubstanzen bis zur C3 per Hand verrieben werden, per Hand flüssig weiterpotenziert und die Globuli per Hand imprägniert werden.

Hallo Homöopathie:

In der Manufaktur werden homöopathische Einzelmittel in C- und Q-Potenzen in Handarbeit hergestellt. Was ist das Besondere an der manuellen Herstellung und inwiefern unterscheiden sich die Gudjons-Mittel von industriell hergestellten Mitteln?

Dr. Hannes Proeller:

Ein erfahrener und gutgelaunter Mitarbeiter verreibt eine Ausgangssubstanz viel effektiver und grundlegender als eine Maschine, weil er den Inhalt der Reibschale während der Verreibung ständig im Auge hat. Die Schläge per Hand beim Potenzieren der Flüssigkeit sind wesentlich kräftiger und energievoller als die Verschüttelung mit der Maschine. Und zu guter Letzt garantieren wir mit der Imprägnierung per Hand, dass jeder Globulus mit der Flüssigkeit benetzt wird. Deshalb reicht ein Gudjons-Globulus als Gabe. So wie es bereits Hahnemann beschrieben hat.

Hallo Homöopathie:

Sie haben sich auf die Herstellung homöopathischer C- und Q-Potenzen spezialisiert. Es fällt auf, dass die C-Potenzen nur bis zur 1000er Potenz erhältlich sind. Viele Therapeuten arbeiten jedoch mit weitaus höheren Potenzen. Gibt es einen speziellen Grund, dass Sie keine höheren Potenzen herstellen?

Dr. Hannes Proeller:

Viele Hersteller mit Herstellungserlaubnis bieten ab der C 200 keine komplett handgefertigten Arzneien an. Das bedeutet, dass ab der C200 ganz oder teilweise maschinell hergestellt wird oder eine andere Herstellungsvorschrift (z.B. Korsakow), die preiswerter in der Herstellung ist, verwendet wird. Die C1000 handgefertigt nach Hahnemann gehört meiner Meinung zu den  „Höchspotenzen“ und Juwelen der Homöopathie.

Hallo Homöopathie:

Bei der Herstellung der homöopathischen Einzelmittel legen Sie größten Wert auf die Qualität der korrekten Ausgangsstoffe. Welche Schwierigkeiten ergeben sich daraus?

Dr. Hannes Proeller:

Da ich alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Brita Gudjons übernommen habe, kann ich auf die alten Lieferantenadressen und -kontakte in Augsburg und der ganzen Welt zurückgreifen. Die Schwierigkeiten entstehen durch die vom Gesetzgeber geforderte Analytik der Ausgangssubstanzen.

Hallo Homöopathie:

Gibt es homöopathische Mittel, die Samuel Hahnemann angewendet hat und deren Herstellung heute nicht mehr möglich ist, weil die Ausgangssubstanzen nicht mehr erhältlich sind?

Dr. Hannes Proeller:

Natrium muriaticum wird heute als chemisch extrem reines Kochsalz beschrieben, während Hahnemann selbst in seiner Leipziger Zeit für Natrium muriaticum das lokale Siedesalz verwendet hat. Das aber besteht zu einem nicht geringen Anteil aus anderen Salzen, die zur Wirksamkeit beitragen. Gudjons versucht daher immer, bei der Herstellung der Arzneimittel die ursprüngliche Qualität nach Hahnemann zu berücksichtigen. Das ist aber nicht der einfache Weg, denn jede Abweichung von der vorgeschriebenen Norm zieht einen erheblichen Dokumentationsaufwand nach sich.

Hallo Homöopathie:

In der Homöopathie werden auch Mittel eingesetzt, deren Ausgangsstoffe Krankheitserreger oder Ausscheidungen erkrankter Menschen sind. Stellen Sie diese Nosoden ebenfalls her?

Dr. Hannes Proeller:

 Gudjons besitzt eine Registrierung für das Produkt Pyrogenium als Hochpotenz. Die Herstellung weiterer Nosoden ist angedacht, der behördlich vorgeschriebene Aufwand für die Registrierung solcher Produkte ist aber nur sehr schwer zu erfüllen. Daher haben viele homöopathische Firmen die Herstellung solcher Produkte inzwischen aufgegeben.

Hallo Homöopathie:

Bei Pflanzen als Ausgangsstoff geben Sie Wildpflanzen den Vorzug gegenüber Kulturpflanzen. Wie können Sie die gleichbleibende Qualität der Ausgangssubstanzen gewährleisten?

Dr. Hannes Proeller:

Das machen wir, indem wir enge Kontakte zu allen Lieferanten pflegen, sie regelmäßig auditieren und die gelieferte Ware einer engmaschigen Analytik und Sichtkontrolle von erfahreneren Mitarbeitern unterziehen.

Hallo Homöopathie:

Homöopathische Mittel können in Ihrer Wirkung durch verschiedene Umwelteinflüsse gestört werden. Wie berücksichtigen Sie dies bei der Herstellung und beim Transport der Mittel?

Dr. Hannes Proeller:

Der Herstellungsbereich ist durch einen faradayschen Käfig von allen Seiten vor elektromagnetischer Strahlung von außen geschützt. LAN- und Stromkabel innerhalb des Herstellungsbereiches ebenfalls! Es gibt dort auch keine Funkquellen. Der Versand der Arzneien erfolgt direkt an die Apotheke oder den Patienten. Somit vermeiden wir unnötige Wege und Zwischenstationen.

Hallo Homöopathie:

Therapeuten schätzen seit über 25 Jahren die Qualität der Gudjons-Mittel. Immer mehr Patienten bilden sich jedoch homöopathisch weiter, um sich selbst homöopathisch behandeln zu können. Beliefern Sie nur Apotheken und Großhändler oder können auch Patienten direkt die Mittel bei der Manufaktur beziehen?

Dr. Hannes Proeller:

Die Gudjons-Apotheke befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Gudjons-Manufaktur. Von dort aus versenden wir die Arzneien direkt. Oftmals hat der Kunde die Arznei binnen 24 Stunden wenn die Bestellung bis 14:00 Uhr in der Apotheke eingeht.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Dr. Hannes Proeller für das Interview!

Inhaltliche Betreuung: Ulrike Schlüter


Bitte beachten Sie:

Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch! Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker!

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